Ausgezeichnete Versorgung von Schwerstverletzten im Borromäus Hospital Leer

Als erstes Krankenhaus im Landkreis Leer führt das Borromäus Hospital das ATLS-Konzept ein

Erneut wurde das Borromäus Hospital Leer als Lokales Traumazentrum rezertifiziert – darüber freuen sich (v.l.n.r.): der Chefarzt der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie Dr. Rudolf Teiser, die Gesundheits- und Krankenpflegerin Wiebke Reershemius sowie der Leitende Oberarzt Dr. Andreas Weinbecker.Zum zweiten Mal nach der Zertifizierung im Jahr 2011 wurde das Borromäus Hospital Leer als lokales Traumazentrum ausgezeichnet und seine qualitativ hohe Versorgung von schwerstverletzten Patienten bestätigt. Damit ist das Haus Mitglied des Traumanetzwerks Oldenburg-Ostfriesland. „Die Versorgung von Schwerstverletzten ist zeitkritisch. Daher ist der Transport des Notfallpatienten in die nächstgelegene freie Klinik, die das benötigte Fachpersonal und Leistungsspektrum bietet, lebenswichtig“, erklärt Dr. Andreas Weinbecker, Leitender Oberarzt der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie im Borromäus Hospital. Anerkennung von der Zertifizierungsstelle erhielt das Schockraumteam der Zentralen Notaufnahme (ZNA) insbesondere für die Umsetzung des sogenannten ATLS-Konzepts (Advanced Trauma Life Support). Das Borromäus Hospital ist das erste Krankenhaus im Landkreis Leer, das seine Notaufnahme danach ausgerichtet hat. Das internationale Konzept wird vor allem an Unikliniken angewandt.

Die Buchstaben A, B, C, D und E stehen für Airway (Atemweg), Breathing (Beatmung), Circulation (Kreislauf), Disability (neurologisches Defizit) und Exposure/ Environment (Exploration/ Erforschung). Alle Instrumente und Medikamente in den Schränken des Schockraums sind nach diesem System sortiert.ATLS ist nach dem traumatologischen Grundsatz „Treat first what kills first“ aufgebaut. Das heißt, die akut lebensbedrohlichen Verletzungen des Patienten müssen so schnell wie möglich erfasst und die Vitalfunktionen stabilisiert werden. Die Untersuchung und Versorgung erfolgen nach der ABCDE-Regel, also nach einer Prioritätenliste von A nach E. Der Buchstabe A steht für Airway (Atemweg), B für Breathing (Beatmung), C für Circulation (Kreislauf), D für Disability (neurologisches Defizit) und E für Exposure/ Environment (Exploration/ Erforschung).

Sobald ein Patient im Schockraum des Borromäus Hospitals eintrifft, wird die Traumauhr, eine Stoppuhr, in Gang gesetzt. Sie dient als Hinweis darauf, wie viel Zeit für die Erstuntersuchung benötigt wird. „Vor der Umstrukturierung haben wir im Schnitt 20 Minuten gebraucht bis der Patient zum Röntgen weitergeleitet werden konnte, heute sind es zehn bis maximal 15 Minuten“, zeigt Wiebke Reershemius den erreichten Fortschritt durch das Konzept auf. Die Gesundheits- und Krankenpflegerin hat die Umsetzung des Modells in der ZNA gemeinsam mit einer Projektgruppe vorangetrieben. Woher kommt die Zeitersparnis? „Wir arbeiten jetzt noch strukturierter und die Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst als auch in unserem Team wurde optimiert“, erklärt Reershemius, die eine Weiterbildung für Pflegende in Erste Hilfe, Rettungsstellen, Notaufnahmen und Ambulanzen (ERNA) abgeschlossen hat.

Um Hektik im Schockraum zu vermeiden, ist auf dem Fußboden mit Klebeschreifen genau vermerkt, wo zum Beispiel die Trage, das Sonografiegerät oder die Beatmung und die einzelnen Mitarbeiter vom Schockraumteam aus den verschiedenen Fachabteilungen (hier: UCH=Unfallchirurgie) zu stehen haben.Nicht nur die Reihenfolge der Behandlung ist anhand des Schemas genau festgelegt, auch der Schockraum wurde verändert. Die Schränke und einzelnen Schubladen wurden mit den großen farbigen Buchstaben A, B, C, D und E versehen. Die Instrumente und Medikamente sind einem Bereich zugeordnet und entsprechend verstaut, so dass jeder Mitarbeiter das Benötigte auf den ersten Blick findet, ohne erst suchen zu müssen. Auf dem Fußboden sind Klebestreifen angebracht, die den Platz für die Trage, für die einzelnen Geräte wie das Sonografiegerät oder die Beatmung und sogar für die einzelnen Mitarbeiter vom Schockraumteam aus den verschiedenen Fachabteilungen – ZNA, Anästhesie, Unfallchirurgie und Allgemeinchirurgie – markieren. „Für Außenstehende mag es erst befremdlich aussehen, doch es hilft Hektik zu vermeiden, wenn jeder genau weiß, wo sein Platz ist und was in welcher Schublade liegt. Die Routine gibt den Mitarbeitern Sicherheit und Ruhe“, erläutert Dr. Rudolf Teiser, Chefarzt der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie. Reershemius fügt hinzu: „Seitdem wir das Schema in der Notaufnahme einsetzen, haben wir über 200 Mitarbeiter in dem Ablauf geschult und wir wiederholen die Trainings regelmäßig.“

Zertifiziert

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