Gehaltserhöhungen werden nicht eingepreist

Ulf Thiele informierte sich im Borro über die Probleme der Krankenhäuser


Zuhören, nachfragen, verstehen – das hatte sich der CDU-Landtagsabgeordnete und Generalsekretär der CDU in Niedersachsen, Ulf Thiele, vorgenommen, als er jetzt zu einem gut zweistündigen Gespräch mit der Spitze des Borromäus Hospitals zusammenkam. „Was in Berlin und Hannover in Sachen Gesundheitspolitik beschlossen wird, kommt vor Ort nicht immer gut an“, weiß Ulf Thiele aus vielen Gesprächen mit Klinikleitungen, Ärzten und Pflegepersonal. Denn das vorgegebene Ziel ist zwar stets die Verbesserung der Patientenversorgung, tatsächlich handelt es sich aber allzu oft um Einsparungen zu Lasten der Kliniken und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und so sieht Ulf Thiele nach seinem jüngsten Gespräch mit den beiden Borro-Geschäftsführern Dieter Brünink und Ansgar Veer zu der jüngst vorgelegten Klinikreform durchaus Diskussionsbedarf.
Bestimmte Ziele, die Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) ins Gesetz eingebracht hat, seien durchaus vernünftig. „Die Qualitätskriterien sind richtig“, betonte Ansgar Veer, der auch Hauptgeschäftsführer der St. Bonifatius Hospitalgesellschaft Lingen ist, unter deren Dach das Borro sowie das Bonifatius Hospital Lingen, das Marien Hospital Papenburg und das Hümmling Hospital Sögel zusammenarbeiten. Es sei richtig, die Struktur- und Prozessqualität und natürlich die Ergebnisqualität zu bewerten. „Da gehen wir gerne mit“, ergänzte Dieter Brünink. Das Borromäus Hospital war erst vor wenigen Wochen nach dem Standard ISO 9001:2008 zertifiziert worden.
Allerdings: „Eine niedrige Mortalitätsrate kann nicht immer ein Kriterium für Qualität sein“, schränkte Ansgar Veer ein. Denn „kirchliche Häuser haben eine Affinität zu Palliativmedizin“, also der Versorgung von Sterbenskranken bis zu deren Tod, und „andere überweisen in Hospize“, sodass die Sterbefälle nicht in der Statistik der Krankenhäuser auftauchen. Gleichwohl: „Die Qualitäts-diskussion muss geführt werden“, genauso aber auch die Kostendiskussion. Und hier sehen Brünink und Veer eher weitere Verschlechterungen auf die Kliniken zukommen. „Was wir auf der einen Seite dazubekommen, verlieren wir doppelt an anderer Stelle“, so Veer. So werden bei der Berechnung der Landesbasisfallwerte „die Gehaltserhöhungen nicht eingepreist“. In diesem Jahr seien es 4,2 Prozent höhere Personalkosten, die nicht durch die Krankenkassen erstattet werden. „Wie immer“, so Ansgar Veer.
Häuser in freigemeinnütziger Trägerschaft wie das Borro haben es dabei schwerer als solche in kommunaler Trägerschaft wie das Klinikum Leer. „Kommunale Häuser werden gesponsert“, kritisierte Dieter Brünink das „Ungleichgewicht“ bei der finanziellen Aus-stattung der Kliniken. Konkret bedeutet das, dass anfallende Ver-luste vom Steuerzahler getragen werden. Aber das Borro in Leer hat in den vergangenen Jahren schwarze Zahlen geschrieben, keine Verluste erwirtschaftet. „Fürs Borro ist es in den letzten Jahren gut gelaufen“, denn die Klinik hat ständig investiert, Abläufe und Prozesse verbessert und ist so für die Zukunft vergleichsweise gut gerüstet, zeigte sich Brünink zufrieden.
Damit das so bleibt, will das Borro in den kommenden Jahren weitere Investitionen tätigen. Es geht um ein Volumen von über 19 Millionen Euro und „es ist nicht nur die Intensivstation“, die neu gebaut werden soll, erläuterte Dieter Brünink dem CDU-Landtagsabgeordneten. Am 8. Juli wird sich der zuständige Planungsausschuss des Sozialministeriums in Hannover mit dem Leeraner Antrag auf finanzielle Förderung der Baumaßnahmen befassen.

Ansgar Veer (links) und Dieter Brünink erläuterten dem CDU-Landtagsabgeordneten Ulf Thiele (rechts)  anhand von Plänen den derzeitigen Ausbaustand und die künftigen Planungen.

Ansgar Veer (links) und Dieter Brünink erläuterten dem CDU-Landtagsabgeordneten Ulf Thiele (rechts) anhand von Plänen den derzeitigen Ausbaustand und die künftigen Planungen.

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